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Initiative zur Friedhofskultur: Kommunen in die Pflicht nehmen

Jun 30, 2026, 8:25 PM

Die deutsche Friedhofskultur, seit 2020 als immaterielles Kulturerbe anerkannt, steht vor großen Herausforderungen. Der Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur (VFFK) hat mit seiner Initiative „Zukunft-Friedhof.jetzt“ eine Kampagne ins Leben gerufen, um Gemeinden zu einer verantwortungsvollen Preisgestaltung bei Friedhofsgebühren zu bewegen. Die Organisation befürchtet, dass erhöhte Kosten und die steigende Beliebtheit alternativer Bestattungsformen nicht nur das Fortbestehen der Friedhöfe gefährden, sondern auch einen wichtigen Wirtschaftszweig des Gartenbaus schwächen könnten.

Die Veränderung im Bestattungswesen hat tiefgreifende Auswirkungen auf den Gartenbausektor. Die klassische Erdbestattung nimmt stetig ab, während Einäscherungen über 70 Prozent der Fälle ausmachen. Diese Entwicklung, kombiniert mit den zunehmenden kommunalen Gebühren, treibt viele Menschen dazu, Bestattungsalternativen außerhalb der traditionellen Friedhöfe in Betracht zu ziehen.

Diese Situation trifft auch zahlreiche Gärtnereien und Familienbetriebe, für die Grabgestaltung, Bepflanzung, Grabpflege und der Verkauf von Grabschmuck wesentliche Einnahmequellen darstellen. Jedes aufgegebene Grab bedeutet nicht nur den Verlust gärtnerischer Dienstleistungen, sondern auch den Rückgang wertvoller Grünflächen und der biologischen Vielfalt in städtischen Gebieten, wie der VFFK betont.

Andreas Mäsing, der Vorsitzende des VFFK, verdeutlicht die Tragweite: „Die Debatte um Friedhofsgebühren ist mehr als nur eine Frage der kommunalen Finanzen; sie berührt direkt die Existenzgrundlage vieler Unternehmen.“ Er unterstreicht die Notwendigkeit, Friedhöfe als ansprechende, ökonomisch nachhaltige und für die Bevölkerung erschwingliche Orte zu erhalten.

Durch die neue Initiative „Zukunft-Friedhof.jetzt“ zielt der Verein darauf ab, politischen Einfluss zu nehmen. Über die bereitgestellte Webseite können Bürger vorgefertigte Schreiben individuell anpassen und direkt an ihre jeweiligen Stadtverwaltungen senden. Dieser Ansatz soll im Gegensatz zu herkömmlichen Online-Petitionen eine direktere Auseinandersetzung mit der Thematik in den Rathäusern bewirken.

Der Verein hofft auf breite Unterstützung von Gärtnereien, Friedhofsgärtnereien und der allgemeinen Bevölkerung. Das primäre Ziel ist es, Friedhöfe langfristig als Orte des Gedenkens, der biologischen Vielfalt und als bedeutsamen Wirtschaftsfaktor für den Gartenbau zu sichern. Die Bewahrung der Friedhofskultur ist von entscheidender Bedeutung.

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